Am Extener Eisenhammer haben viele Besucher Interesse an altem Handwerk – und dem wärmenden Feuer. Abtauchen in alte Industrietechnik. Immer wieder ließen sich ganze Besuchergruppen die Welt aus Maschinen, Antriebsrädern und Treibriemen, Werkzeugen und Schmiedefeuern erklären.

 

 

EXTEN. Eine Mühle ist der untere Eisenhammer in Exten zwar nicht, aber doch so etwas Ähnliches. Denn sowohl das Industriedenkmal, in dem früher Sieghard Kretzer als Meister vom Fach und seine Mitarbeiter aus glühendem Eisen Werkzeuge geschmiedet haben, als auch viele Getreidemühlen wurden mit Wasserkraft angetrieben. Allein schon diese Gemeinsamkeit berechtigte den unteren Eisenhammer zur Teilnahme am internationalen Mühlentag am gestrigen Pfingstmontag. Was es noch dazu braucht, sind Besucher, wenn der Verein für Heimatpflege und Kultur Exten sein „Paradepferd“ der Öffentlichkeit vorführt. Die wärmenden Feuer im Eisenhammer inmitten alter Industrietechnik schienen für viele Ausflügler die Alternative zum Grillen zu sein. Schon bald nach Öffnung des urigen Industriemuseums tauchten die ersten Gästescharen in die Welt ein, in der der Meister und seine Leute über Jahrzehnte Spaten, Hacken und andere Werkzeuge gefertigt haben, die sich aus rot glühendem Eisen formen lassen. Er weiß nicht nur ganz genau, wie’s gemacht wird, sondern er kann’s immer noch, zeigte der Altmeister, der gerade seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. Fast andächtig und mit schlafwandlerischer Sicherheit bewegte sich Sieghard Kretzer in dem Umfeld, das ihm so vertraut scheint wie niemandem sonst. Dennoch, die nächste Generation in Gestalt der Schmiedegruppe des Heimatvereins Exten hat vom Altmeister gelernt und pflegt die alte Handwerkskunst weiter, ließen die Hobbyschmiede sehen, die gestern von Kretzer mit Tipps und Tricks unterstützt wurden. Denn aus einem Stück glühendem Roheisen eine Gartenhacke zu formen, das ist eine Sache. Aber daraus Hacken machen mit der originalen Handschrift des Meisters, so wie sie über ein ganzes Zeitalter im unteren Eisenhammer entstanden sind, das ist eine ganz andere Sache. Doch Kretzer hat offenbar sein Wissen und Können weitervermittelt, sodass die kleinen und großen Geheimnisse um die „Eisenverwandlung“ weitergegeben worden sind. Inzwischen scheint es (für den Laien zumindest) kaum noch erkennbare Unterschiede zu geben, sodass das Gütezeichen „Gemacht in Exten“ fortbestehen kann. Dazu merkte Horst Vöge, der Vorsitzende des Heimatvereins, an: „Sieghard Kretzer schätzt es, dass sein Erbe so in Ehren gehalten wird.“


Fotos: who
Autor: Werner Hoppe

 

 

 

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